Social Media vs. Influencer vs.
Community Management:
Warum HR-Fachwissen hier oft versagt.
Liebe HR-Verantwortliche und Geschäftsführer, Hand aufs Herz: Wenn ihr eine Stelle für „Social Media" ausschreibt, sucht ihr dann jemanden, der ein paar Bilder auf Instagram postet – oder den strategischen Kopf für eure gesamte digitale Kommunikation?
Nach meiner Erfahrung werden drei völlig unterschiedliche Berufsbilder im Recruiting permanent zusammengeworfen. Und genau aus dieser Verwechslung entstehen teure Fehlbesetzungen.
Der Social Media Manager
Das strategische Allround-Genie
Laut staatlich anerkannten Studienrichtlinien in Deutschland ist dieses Berufsbild extrem komplex. Ein zertifizierter Social Media Manager steuert die Kommunikation in alle Richtungen. Er muss im Influencer Marketing geschult sein. Er muss fundiertes Medienrecht beherrschen (z. B. das Recht am eigenen Bild). Und er muss die Brücke zur IT schlagen: Neben HTML gehört der Nachweis einer Websprache (wie CSS3) zwingend dazu, um überhaupt mit Entwicklern auf Augenhöhe arbeiten zu können.
Der Influencer Marketing Manager
Der Beziehungs- & Rechtsspezialist
Sein Fokus liegt rein auf der Kooperation mit Creators, Reichweiten-Einkauf und Verträgen. Für das reine Bespielen von Kanälen wird oft fälschlicherweise ein hochqualifizierter Social Media Manager gesucht – obwohl hier die Expertise des Influencer Marketings völlig ausreicht.
Der Community Manager
Das eigenständige Gewerk
Er wird im HR fast immer dem Social Media Management starr untergeordnet. Dabei ist es ein völlig eigenständiges Berufsbild, das sich psychologisch und kommunikativ rein um den Dialog, das Krisenmanagement (Shitstorms) und die Bindung der eigenen Fanbase kümmert.
Die Folge dieser Verwechslung?
Unternehmen suchen die eierlegende Wollmilchsau, stellen überqualifizierte Leute für die falschen Aufgaben ein oder wundern sich, warum die Kampagnen rechtlich oder technisch gegen die Wand fahren. Eine effiziente Fachkräftesuche sieht anders aus.
Als staatlich anerkannter und zertifizierter Social Media Manager beherrsche ich all diese Bereiche – inklusive der Schnittstelle zur Technik durch CSS3. Macht mich das zum Programmierer, der euch mal eben eine Website baut? Nein, dafür gibt es Webentwickler (Schuster, bleib bei deinen Leisten!). Aber es macht mich zu einem Fachmann, der diese Gewerke im Detail versteht, sie strategisch steuert und ihre Produkte im Vertrieb auf höchstem Niveau erklären und verkaufen kann.
Hört auf, Berufsbilder zu vermischen, nur weil sie im „Internet" stattfinden. Wer die Speerspitze im digitalen Vertrieb und Marketing sucht, muss erst die Struktur verstehen – und dann die Macher einstellen.
Wie trennt ihr diese Bereiche in euren Unternehmen? Werden bei euch auch noch Postings mit IT-Infrastruktur verwechselt?
Über den Autor
Philipp Boyd
New Business Manager · Sandeck
Philipp Boyd ist staatlich anerkannter und zertifizierter Social Media Manager und einer der wenigen, die Social Media, Influencer Marketing und Community Management nicht als Buzzwords, sondern als getrennte Gewerke verstehen. Von SEO über Social bis zur Schnittstelle Richtung Entwicklung (HTML/CSS3) verbindet er strategische Kommunikation mit echtem technischem Verständnis – und übersetzt sie in den Vertrieb.
